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"Männer stellen nicht zwei getrennte Populationen dar – eine heterosexuelle und eine homosexuelle. Man darf die Welt nicht in Böcke und Schafe einteilen. Nicht alle Dinge sind entweder schwarz oder weiß. Es ist ein Grundsatz der Taxonomie, dass die Natur selten getrennte Kategorien aufweist. Nur der menschliche Geist führt Kategorien ein und versucht, die Tatsachen in getrennte Fächer einzuordnen. Die lebendige Welt ist ein Kontinuum in allen ihren Aspekten. Je eher wir uns dessen in Bezug auf menschliches Sexualverhalten bewusst werden, umso eher werden wir zu einem wirklichen Verständnis der Realitäten gelangen."

— Alfred C. Kinsey

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"Kaum jemand hat so deutlich die strukturelle Gewalttätigkeit des begrifflichen Erkennens überhaupt gegenüber dem Leben versucht zu erkennen wie Adorno. Seine ‘kritische Theorie’ war eine emphatische Parteinahme für das gefährdete Singuläre und das verletzliche Subjekt.
Bei Adorno geht es in seiner kritischen Theorie der ‘Negativen Dialektik’ zentral um das Opfer am/des Nichtidentischen und um die Unmöglichkeit unreduzierter Erfahrung im Medium begrifflicher Reflexion. was er als Ideal einer ‘geistigen Erfahrung’ bezeichnet, bleibt notwendig Utopie. Diese Utopie der Erkenntnis beinhaltet, das Begrifflose mit Begriffen zu bezeichnen, ohne es ihnen gleich zu machen, und mit dem Begrifflosen ist eben auch jenes Nichtidentische gemeint, das nur gemeint, aber niemals gesagt werden kann, auch nicht in einem je eigenen Begriff. Ein einzelner Begriff kann dies nicht leisten. Adorno weiß, dass es den Begriff der ‘Freiheit’, der ‘Kultur’, der ‘Kunst’, mit dem die Sache ein für allemal erschöpfend erfasst wäre, nicht gibt. Andererseits drängt alle Erfahrung, vor allem unser grundlegendes In-der-Welt-Sein danach, uns mitzuteilen, weil selbst unsere Individualität ein Vergesellschaftungsverhältnis, ein immer schon geteiltes So-Sein ist. Individuelle Erfahrung vermittelt sich nur über Begriffe. Wir haben nichts anderes als unsere Sprache, um Erfahrung festzuhalten, aber dies um den Preis einer Enteignung. Eine Privatsprache gibt es nicht. ‘Nur Begriffe können vollbringen, was der Begriff verhindert.’ (Adorno, Negative Dialektik 1970, S. 60)”

— Massoud Vahedi, Ein Vorschlag: Kultur als Haltung - Zur interkulturellen Haltung -

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I am human and I need to be loved.
Just like everybody else does.

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"Die Bedeutung der Werttheorie liegt nicht in der okkultistischen Weissagung des Zusammenbruchs. Ihr Sinn liegt in dem Nachweis, daß und warum der Mensch um sein Leben betrogen wird und das System aus diesem Grund beseitigt gehört, gleichgültig, ob es sich gerade besser, schlechter oder gar nicht reproduziert. Die Werttheorie hat ihren Sinn in der Vermittlung der Einsicht, daß die gesellschaftliche Wertproduktion den Menschen Zeit und Lebenskraft raubt und daß die Marktwirtschaft kein Naturgesetz ist, sondern eine historische Form des gesellschaftlichen Austauschverhältnisses mit der Natur, die sich ersetzen ließe. Dagegen ist der Endzeitalarmismus ein kokettes Spiel. Die Endzeit gibt es ohnehin nur, wenn das Bewußtsein neue Verhältnisse anstrebt und bereit ist, für sie zu kämpfen. Sonst wird der Kapitalismus nach jedem Bankrott weitermachen."

— Rainer Trampert, Der Realität eine Chance, Konkret 7/2014, S. 32. (via hintergrundrauschen)

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(Source: vrueppellii, via llunarplexus)

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(Source: dcdarrencross)